WN Presseecho. Um Freundschaften zwischen Frauen geht es in den Bildern von Mary Molchan. Zu sehen sind sie in der Galerie Rudi Fred Linke.

Und wieder war hinter einer Wand eine andere Variante ihres Haupt-Motivs zu entdecken: eine Frau im Harlekins-Kostüm. Am Samstag erlebten etwa hundert Gäste die Vernissage von Mary Molchan in der Galerie von Rudi Fred Linke am Mühlendamm in Wolbeck.

 

Die Frau aus Gloucestershire, die seit Jahrzehnten in Berlin mit ihrem Mann, dem Künstler Dennis Molchan, lebt und malt, will nicht Reales in ihren Werken spiegeln. Sie will ihre Gefühle wiedergeben.

 

Da geht es bei dieser Reihe, den „Metropolitan Women“, nicht zuletzt um Freundschaften zwischen Frauen, sagt sie. Wie bei den sich unterhaltenden „Freundinnen in Marrakesch“. Viel Denkarbeit hat die Künstlerin in den Ausdruck der Beziehung über die Haltung von Körpern, besonders Armen und Händen gesteckt.

 

Die Gesichter erscheinen eher als Flächen, kubistisch vereinfacht – ohne Zeit, ohne Alter. Auch über die Augen schafft Molchan Ausdruck. Immer wieder sind Cocktail-Gläser im Bild – Inspiration zum Titel der Ausstellung, „Cocktails by Mary“. Musikinstrumente sind häufig prominent im Bild: „I love music“.

 

Häufig sind es einzelne Frauen an Tischen. Erscheinen sie nicht einsam? „No, I don‘t think so“, sagt Molchan. Sie wahrten selbstbewusste Distanz. Und es müssten ja auch nicht immer Männer dabei sein …

 

Bei der Vernissage wohl. Nach der Rede von Dr. Jörg Bockow umarmt sie ihn und ihren Galeristen Rudi Fred Linke. Das ist mehr als eine Geschäftsbeziehung – wieder einmal, wie später der Umgang mit einem anderen Künstler Linkes zeigt. Er habe viel international ausgestellt, aber solch eine intensive Vorarbeit habe er nur hier erlebt, sagt Alexander G. Zakharov. Das Menschliche auch.

 

„Prickeliger, beschwingter und anregender“, so Bockow, könnten Gemälde kaum sein, sie seien „sinnlich und farbenfroh, sie sind lustvoll und machen Appetit“. „Mondän, stolz und unnahbar“ seien diese Frauen, mit Selbstbewusstsein und innerer Stärke. Über 50 Gemälde sind bis zum 13. Juli zu sehen. Wer die Kunst von Molchan in anderer Form mit nach Hause nehmen wollte, für den hatte Linke sich diesmal etwas anderes einfallen lassen als einen Ausstellungskatalog. Unter anderem 42 ausgewählte Werke auf quadratischen Tafeln, aufgehoben in einem Schuber.

 

Quelle: Andreas Hasenkamp , Westfälische Nachrichten
Foto: anh